Original-Lebenslauf von Georg Schmiele

Auszug aus dem Lebenslauf von Georg Schmiele

Auszug aus dem Lebenslauf von Georg Schmiele

Halver, den 7. Okt. 1946

„Am 18. Januar 1888 wurde ich, Georg Friedrich Gustav Schmiele, als Sohn des Zimmermeisters Gustav Schmiele und der Friederike Schmiele geb. Böhme zu Berlin geboren und auf den evangelischen Glauben getauft und erzogen.

Kurz vor Vollendung meines 6. Lebensjahres starb meine Mutter. Von meinem 6. bis 14. Jahre besuchte ich die Volksschule in Berlin. Durch einen Unglücksfall, der den Tod meines Vaters zur Folge hatte, verlor ich diesen noch vor meiner Konfirmation. Vormund und Pfleger wurde mein Onkel, der städtische Beamte Friedrich Böhme in Berlin.

In den Jahren 1902 bis 1905 erlernte ich bei dem Fabrikanten Wilhelm Alberts in Halver in Westfalen den Schnitt- und Stanzenbau. Nach erfolgreicher Ablegung meiner Gesellenprüfung war ich bis zur Ableistung meiner militärischen Dienstpflicht praktisch und kaufmännisch im Betriebe meines Lehrherrn tätig. Meine aktive Dienstzeit diente ich von 1909 bis 1911 beim Inf. Reg. 88 in Mainz und Lehr. Inf. Battl. in Potsdam ab.

Nach meiner Entlassung heiratete ich im April des Jahres 1912 die Ida Rentrop, Tochter des Landwirts Karl Rentrop aus Meinerzhagen. Dieser Ehe entsprangen 3 Kinder, wovon 2 gestorben sind.
Bei Ausbruch des Weltkrieges wurde ich am 2. August 1914 zum Res. Inf. Rgt. 81 eingezogen und rückte damit ins Feld. Im Dez. 1914 wurde ich zur Feld-Flieger-Abt. 65 und im Okt. 1916 unter gleichzeitiger Beförderung zum etatsmäßigen Vizefeldwebel zur Jagd-Staffel 14 versetzt. Bei letzten Truppenteil habe ich bis Nov. 1918 als Waffenmeister und Feldwebeldiensttuer Dienst getan.

Nach meiner Entlassung zurückgekehrt starb im Juli 1919 meine Frau. Ich selbst hatte die Firma G. Schmiele, Metallwarenfabrik „Halver“ gegründet, die 1920 nach Aufnahme eines Teilhabers in die offene Handelsges. Schmiele in Hedfeld umgewandelt wurde.

Im Jahre 1923 ging ich eine zweite Ehe mit der Paula Vahlefeld aus Halver ein. […]. Ende des Jahres 1928 verlor ich auch diese Frau durch den Tod Seitdem bin ich Witwer.

Infolge der durch den 2. Weltkrieg hervorgerufenen wirtschaftlichen Verhältnisse ging die Firma nach 21 Jahren in die Besitz (durch Verkauf) des Herrn Max Hager, Schwenke, über und zwar am 22. März 1941.

Auf meinen Antrag hin wurde ich am 12. Mai 1941 als Abnahmebeamter bei der Heeres Abn. Insp. VII in Münster eingestellt. In dieser Eigenschaft war ich in den verschiedenen Dienststellen tätig, zuletzt als Stellvertreter des Dienststellenleiters der H. Abn. Stelle. Kronprinz, S. Ohligs. Der Zusammenbruch setzte meiner Tätigkeit ein Ende.“

Quelle: Nachlass Schmiele, Handschriftlicher Lebenslauf, verfasst von Georg Friedrich Gustav Schmiele, 7. Oktober 1946

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100 Jahre danach

Die Feldpostbriefe von Georg Schmiele erscheinen hier jeweils auf den Tag 100 Jahre, nachdem der gebürtige Berliner sie geschrieben hat. Was hat er im Ersten Weltkrieg erlebt und wie hat er den Krieg wahrgenommen? Veröffentlicht werden die Briefe von seinem Urenkel Carsten Fischer und Familienangehörigen.

Zur Person

Georg Schmiele

Ich bin Georg Schmiele, geboren 1888 in Berlin. Am 2. August 1914 wurde ich zum Kriegsdienst eingezogen. Wie es mir an der Front im Westen ergeht, schreibe ich meiner Frau Ida regelmäßig in meinen Briefen. Wir wohnen in Halver in Westfalen. Hier beginnen meine Feldpostbriefe und hier ist mein Lebenslauf.

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