Post von Dritten

Kugeln durch Hose und Tornister

0 Kommentare 12. September 1914

Brief von Fritz

an

Ida Schmiele

Im Felde den 12 September 1914

Liebe Schwester! Martha, Onkel Wilhelm & Tante Liese
Dank und immer wieder Dank dem lieben Gott, der auch noch hier am heutigen Tage seine schirmende Hand über mich hatte. Durch 4 [?] Gefechte 2 Schlachten und jetzt … frisch durch ein 5tägiges Gefecht.

Nachts im Dunkeln Sturmangriff mit aufgeflanzten Seitengewehr in die Stellungen der feindlichen Infanterie und Artillerie gedrungen, gestürmt und Geschütze eingenommen. Kugeln sind mir schon geflogen durch Hose und Tornister. Da muß ich sagen das war Gottes schützende Hand. Er wird auch wieder helfen. Wir marschieren jetzt auf Paris zur 2ten Armee, zur Belagerung. Sonst kann ich weiteres nicht schreiben. Denn einen Krieg könnt Ihr Euch nicht vorstellen. Hoffentlich giebt es bald ein Wiedersehen. Denn die Heimat fällt mir immer ein.

Sei herzlich gegrüßt von deinem Br. Fritz. Gruß an Onkel & Tante
[?] Denn ich weiß auch die Sch[?] ist [?] groß

Schreibt mir immer mal wieder.

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100 Jahre danach

Die Feldpostbriefe von Georg Schmiele erscheinen hier jeweils auf den Tag 100 Jahre, nachdem der gebürtige Berliner sie geschrieben hat. Was hat er im Ersten Weltkrieg erlebt und wie hat er den Krieg wahrgenommen? Veröffentlicht werden die Briefe von seinem Urenkel Carsten Fischer und Familienangehörigen.

Zur Person

Georg Schmiele

Ich bin Georg Schmiele, geboren 1888 in Berlin. Am 2. August 1914 wurde ich zum Kriegsdienst eingezogen. Wie es mir an der Front im Westen ergeht, schreibe ich meiner Frau Ida regelmäßig in meinen Briefen. Wir wohnen in Halver in Westfalen. Hier beginnen meine Feldpostbriefe und hier ist mein Lebenslauf.

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